Sommerpredigten in der Friedenskirche

Im Sommer gibt es in in der Friedenskirche immer eine besondere Predigtreihe - so auch in diesem Jahr.

6 Wochen lang sind dann nicht wie sonst gewohnt biblische Geschichten und Texte Mittelpunkt und Ausgangspunkt der Predigt.
Es geht um ungewöhnliche und manchmal auch ungewohnte Botschaften - aufgespürt in Musikstücken und -videos aus unserer Zeit.
Und in diesem Jahr, wo Frieden auch in Europa nicht mehr eine selbstverständliche Nebensächlichkeit ist,
in unserer Zeit, wo Demokratie bedroht ist durch Autokraten,
wo Macht oft auch rücksichtlose Gewalt bedeutet,
wo wir unsere Lebensgrundlagen als Menschen selbst gefährden und auf's Spiel setzen,
da geht es um Hoffnung und Sehnsucht - nach SHALOM ...

 

Im Internet schreibt der Rabbiner Tom Kučera zur Frage, was SHALOM eigentlich bedeutet:

Die deutsche Dichterin Nelly Sachs beschrieb "Schalom" als
»eine Schmetterlingszone der Träume
wie einen Sonnenschirm
er Wahrheit vorgehalten«.

In seiner Urbedeutung meint das hebräische Wort Schalom Vervollständigung.
Von diesem Substantiv gibt es auch das Verb lehaschlim – komplettieren, vervollständigen.
Es deckt sich also nicht unbedingt mit dem deutschen Wort Friede.
Wo Schalom ist, finden sich nicht nur Sicherheit und Ruhe, sondern auch Gesundheit und Freude. 
Im Hebräischen fragen wir, wenn wir wissen wollen, wie es einer Person geht:
Ma schlomech – was ist dein Schalom?
Wir erkundigen uns nach dem Wohlbefinden der Person, wir wünschen ihr, was für sie wertvoll ist.

Schalom ist mehr als Friede, es ist Zufriedenheit – Zu-Frieden-heit.
Nicht der Zustand, sondern der Weg dahin.
Gegen Ende jedes Gottesdienstes singen wir gerne das Lied "Osse Schalom biMromaw, hu ja'asse Schalom alejnu" –
derjenige, der den Frieden in seinen Höhen schafft, möge er auch für uns den Frieden schaffen. 

Die Predigtreihe beginnt am 26. Juni und geht bis zum 31. Juli, jeweils sonntags um 11.00 Uhr in der Friedenskirche.